Schreibabys | Osteopathie und Physiotherapiepraxis Petra Warzecha
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Schreibabys

Schreibabys

Eltern kurz vor dem Nervenzusammenbruch – Babys völlig überreizt

„Exzessives Schreien im Säuglingsalter“ lautet die Diagnose, wenn ein Kind an mindestens drei Tagen in der Woche länger als drei Stunden pro Tag schreit und das über drei Wochen hinweg. Die sogenannte Dreierregel wurde 1954 von dem US-amerikanischen Kinderarzt Morris Wessel eingeführt.

Oft beginnt die Schreiphase ab der zweiten Lebenswoche und nimmt im dritten Monat wieder ab – manchmal aber auch nicht. Die Kinder schreien viel und ausdauernd. Als Schreibabys gelten ca. 20 – 30 von 100 Säuglingen. Uns Erwachsenen erscheint es oft, als ob diese Babys ohne ersichtlichen Grund schreien. Ist dies wirklich so? Gibt es hierfür Ursachen?

Für die Ursache des Schreiens gibt es eine Vielzahl von Theorien:
Zum Beispiel: Allergien und Unverträglichkeiten, Sodbrennen (der sogenannte gastro-ösophageale Reflux, die Dreimonatskolik, das sogenannte KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) oder Probleme mit der Selbstregulation.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) in Köln kam zu dem Ergebnis dass nur bei 5 – 10% der exzessiv schreienden Kinder eine Magen-Darm-Störung nachweisbar ist. Hier stellt sich die Frage, ob Säuglinge tatsächlich unter der Kolik leiden und wenn Ja, ob die Kolik die Ursache oder die Reaktion auf das Schreien ist.

Für viele der möglichen Ursachen kann sich eine osteopathische Behandlung als sinnvoll erweisen. Auf jeden Fall sollten Eltern bei übermäßigem Schreien ihr Baby zunächst vom Kinderarzt untersuchen zu lassen. Hilfe gibt es auch bei sog. Schrei-Ambulanzen. Verordnet der Arzt einem Schreibaby eine osteopathische Therapie, erstatten viele Krankenkassen/-versicherungen zumindest einen Anteil der Behandlungskosten. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse/-versicherung

In welchem Fall kann Osteopathie bei Schreibabys sinnvoll sein?

Bedingt durch das viele Schreien sind diese Babys oft selbst gestresst und angespannt. Eine osteopathische Behandlung ist entspannend. Allein dies kann schon eine Begründung für die Behandlung sein und dem Baby – und seinen Eltern – helfen.

Probleme mit der Selbstregulation:

Das Baby ist noch nicht „in unserer Welt angekommen“ und in der Lage, die erlebten Reize und Inhalte in dem Maße zu verarbeiten und „einzusortieren“, so dass eine innere Ausgeglichenheit bei ihm entsteht.

KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) – wie entsteht es?

Der Manualmediziner und Chirurg Heiner Biedermann definierte den Begriff ‚KiSS’ als eine Fehlstellung bei Kindern im Bereich der oberen Halswirbelsäule. Als Ursache benannte er geburtstraumatische Ereignisse, die Belastung der Halswirbelsäule bei der Geburt sowie Unfälle in den ersten Lebensmonaten.

Verschiebungen am Kopf, der Halswirbelsäule und im Schulterbereich können durch die noch weichen Schädelknochen und Schädelnähte stattfinden. So können durch Spannungen unter anderem Schiefhaltungen entstehen. Ein möglicher Hinweis hierfür kann sein, dass das Baby nicht auf dem Bauch liegen möchte oder nur zu einer bestimmten Richtung schaut.

Fehlstellungen und Verformungen lassen sich bei einer osteopathischen Untersuchung ertasten. Oft sind sie auch schon am Verhalten und an den Bewegungen des Babys zu erkennen.

Was passiert bei einer osteopathische Behandlung bei einem Schreibaby?

Wie bei jeder anderen osteopathischen Behandlung erfolgt nach einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern (Anamnese), eine Diagnose und ein Behandlungskonzept. Hierfür benutzen wir Therapeuten ausschließlich unsere Hände. Als feinfühlige und jahrelang geschulte „Instrumente“ erfühlen wir mit ihnen Funktionsstörungen und behandeln mit sanften manuellen Techniken.

Das Ziel ist es, Spannungen zu lösen und damit die Selbstheilungskräfte des Köpers zu aktivieren. So können die verschiedenen Strukturen zu ihren ursprünglichen Bewegungen zurückfinden.

Babys entspannen sich häufig recht schnell. Hierfür gibt es viele Gründe. Sicherlich gehört dazu das bei der osteopathischen Behandlung ruhige Umfeld, die Lagerung des Babys und die Erfahrung des Therapeuten. Das Baby spürt die Geborgenheit und Erfahrung. Dadurch fühlt es sich gut aufgehoben und auch diese Empfindung trägt wiederum zu seiner Entspannung bei.

Wirkt die Osteopathie bei allen Schreibabys?

Nach meiner Erfahrung zeigt Osteopathie bei vielen Babys Wirkung, mal stärker, mal schwächer. Deshalb ist sie auf jeden Fall einen Behandlungsversuch wert.

Was ist wichtig für Eltern mit einem Schreibaby?

Unbedingt zunächst mit dem Baby zum Arzt gehen um weitere mögliche Ursachen auszuschließen. Das Schreien sollte/muss medizinisch abgeklärt werden!
Außerdem ist es wichtig, sich bei der Betreuung auch von sogenannten Schreiambulanzen oder anderen Beratungsstellen unterstützen zu lassen. Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die Eltern jemanden haben (Großeltern, Geschwister, Freunde), der sich mit ihnen um das Baby kümmert. Damit können sich die Eltern auch mal ausruhen und ein paar Stunden durchschlafen. Wenn die Eltern ruhiger werden, wird dies auch das Baby merken. So ist es möglich, ein negatives Aufschaukeln zu beenden und beide Parteien auf einen Weg der Besserung zu bringen.

(Quelle: Spiegel Online, Wikipedia)